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MBA-Studiengänge: Vorsicht vor unseriösen Anbietern

Der Wildwuchs bei den MBA-Programmen und der zunehmende Missbrauch des Titels drohen, den Ruf des international begehrten Abschlusses dauerhaft zu beschädigen.

Was für eine Erfolgsstory: Im Kielwasser der Globalisierung entwickelte sich der Master of Business Administration in den vergangenen 20 Jahren zum weltweit begehrten Universitätsabschluss für Jung-Manager mit Ambitionen. Auch vor den deutschen Grenzen machte der Siegeszug nicht Halt. Bis Ende der 90er Jahre an unseren Hochschulen gar nicht zugelassen, erlebt der angelsächsische Titel seitdem einen beispiellosen Boom.

Rund um den Globus planen die Unternehmen dieses Jahr, 18 Prozent mehr Business Master einzustellen als 2006, so das Ergebnis einer internationalen Umfrage des amerikanischen Graduate Management Admission Council unter 1382 Personalmanagern. Bewerber mit MBA-Abschlüssen sollen zudem im Durchschnitt 28 Prozent mehr Grundgehalt bekommen als andere Absolventen.

Pseudo-Angebote

Die Kehrseite der Medaille: Durch die steigende Nachfrage entstand ein Dschungel an Programmen höchst unterschiedlicher Güte und Ausrichtung. Weltweit mehr als 1500 Fulltime-, Teilzeit- und Executive-MBAs sowie ein Wirrwarr von Kooperationen zwischen neuen Anbietern und etablierten Business Schools erschweren die Suche nach der passenden Schule. Hinzu kommt, dass die Bezeichnung MBA nicht geschützt ist. Trittbrettfahrer haben leichtes Spiel - und das kostbare Kürzel wird durch den irreführenden Gebrauch zunehmend entwertet.

Echte Qualität von MBAs

Ursprünglich standen die drei Buchstaben für ein anspruchsvolles General-Management-Studium, gedacht für ehrgeizige High-Potentials mit akademischer Vorbildung und mehrjähriger Berufserfahrung. Die Zulassungsbedingungen waren hart, die Kosten fünfstellig, Anforderungen und Zeitaufwand der bis zu zwei Jahre dauernden Programme hoch.

Zweitklassige Anbieter durchschauen

Davon ist - abgesehen von den Gebühren - bei vielen der neuen Angebote kaum etwas übrig geblieben. Inzwischen werden schon Kurz-Workshops als MBA verkauft. Da bietet etwa ein ansonsten durchaus für seriöse Weiterbildung bekanntes Institut einen "Pharma-MBA" mit der minusrekordverdächtigen Dauer von ganzen drei Tagen an. Viele Experten sehen auch die Flut fachspezifischer Kombi-Produkte mit dem MBA-Label kritisch. Ob Pharma, Finance oder Immobilienfinanzierung: Die Spezialisierungen widersprechen dem Sinn des Master of Business Administration, denn dieser ist ein Abschluss in allgemeiner Unternehmensführung.

Wer mit einem MBA-Titel liebäugelt, sollte deshalb um diese Pseudo-Angebote und die wachsende Zahl zweitklassiger Programme einen großen Bogen machen. Letztlich gilt: Wenn schon MBA, dann an einer Schule mit entsprechender Akkreditierung und hervorragenden Ranking-Ergebnissen - denn der teure Abschluss ist am Ende genauso viel wert wie das Institut, an dem er erworben wurde.

Autor: Jan Tiedge

© Euro am Sonntag

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