Kurz und bündig: Effektive Kommunikation im Beruf
Fast überall im Berufsleben spielt effektive Kommunikation eine entscheidende Rolle
Der Chef erteilt Anweisungen, ein Berater unterbreitet Vorschläge, der Moderator vermittelt, Untergebene berichten an ihre Vorgesetzten, die Sekretärin wimmelt lästige Fragesteller ab - in der heutigen Arbeitswelt spielt Kommunikation eine entscheidende Rolle. Aber nicht immer funktioniert das auch reibungslos. "Wie sprechen Menschen mit Menschen? Aneinander vorbei", formulierte Kurt Tucholsky leicht boshaft - aber sicher nicht völlig falsch. Bei dem schwierigen Thema Kommunikation Hilfestellung zu geben, haben sich etliche aktuelle Ratgeber zum Ziel gesetzt, schließlich gilt die Fähigkeit, sich präzise, einfühlsam und erfolgreich mitzuteilen, als die Schlüsselkompetenz schlechthin.
Ganz praxisnah ohne irgendeinen theoretisch-wissenschaftlichen Hintergrund kommt Roland Leonhardt mit seinem Titel "kurz & bündig" daher. Er assistiert seinen Lesern beim Beschneiden von Wortungetümen und altmodisch umschweifigen Formulierungen. Dabei stellt er zu bestimmten Themen einfach Mustersätze hintereinander. Damit lassen sich dann ein Angebot, die Frage nach einem Produkt, eine Reklamation oder Beschwerde simpel und schnörkellos formulieren.
Für besondere Anlässe im Betrieb hat der Autor eine Sammlung passender Zitate zusammengestellt - wer glänzt schließlich bei Ansprachen oder in Briefen zu runden Geburtstagen, Firmenjubiläen, oder wenn ein verdienter Kollege in den Ruhestand geschickt wird, nicht gern mal mit einem Goethe-Zitat oder der (nicht einmal angelesenen) Weisheit eines römischen Philosophen. Das Rezept von "kurz & bündig" geht auf, wenn der Leser wirklich nur eine knappe Formulierungshilfe benötigt, will er aber zusätzlich auch noch seine Kenntnisse über Kommunikationsprozesse und -strukturen erweitern, wird er von Roland Leonhardt nicht bedient.
Roland Leonhardt, "kurz & bündig", 156 S., Linde,14,90 Euro
Kommunikation ist aber mehr als nur der Austausch von (noch so knappen) Worten. Gute Schauspieler können schließlich nur durch das Hochziehen einer Augenbraue mehr ausdrücken als andere durch einen minutenlangen Monolog. Und auch ein herrisch gestikulierender Chef, ein schüchtern zu Boden blickender Bewerber oder ein desinteressiert auf dem Stuhl kippelnder Mitarbeiter senden klare Botschaften aus für den, der sie zu deuten vermag. Mit dem Entschlüsseln des "Karrierefaktors Körpersprache", der eigenen und der des Gegenübers - befassen sich Tiziana Bruno und Gregor Adamcyzk. Selbst vom Theater kommend, zeigen die beiden Autoren anhand zahlreicher Fotos, wie Haltungen, Gestik und Mimik zu verstehen sind. Dazu bieten sie dem Nutzer auch ein Übungsprogramm an. Wer danach gezielt auf seine Umgebung achtet, schärft die Beobachtungsgabe, entwickelt ein Gefühl für die eigene Befindlichkeit und subtil übermittelte Signale des Körpers. Zudem wird der Blick auf das Gegenüber geschult: Fühlt sich der Gesprächspartner wohl oder bedrängt, wird er eingeschüchtert oder zu sehr auf Distanz gehalten? Wie sieht die zur Situation passende Haltung aus, welche Geste, welche Mimik fördert den Kontakt mit dem Gegenüber. Wer das auch mit CD-ROM versehene Buch engagiert durcharbeitet, wird sicher nicht nur im Büro davon profitieren.
Tiziana Bruno, Gregor Adamcyzk, "Karrierefaktor Körpersprache", 175 S., Haufe, 19,80 Euro
Rhetorik ist seit Alters her die Krone der Kommunikation. Möchte ein Redner in spe sich trotzdem nicht mit den griechisch-römischen Altmeistern der hohen Kunst der Rede beschäftigen, sondern auch ohne sie gute, einprägsame Ansprachen halten, kann er ganz modern und temporeich mit der sogenannten ICE-Methode ans Ziel gelangen. Das temporeiche Gedanken-Vehikel des "Inter-Communications-Express" haben die Autoren Dietrich Kayser und Sharon Bower gewählt, um ihren Rhetorik-Schülern ein einprägsames Bild für den Aufbau einer Rede zu geben: Vor dem Zug stehen die Fahrgäste, mit anderen Worten das Ziel der Rede; angeführt wird der Zug vom Triebkopf der Rede, der Einleitung. Dann folgen die Scheinwerfer, mit deren Hilfe die Aufmerksamkeit der Zuhörer geweckt werden muss. Die Waggons sind die Hauptgedanken, aneinandergereiht durch Verbindungssätze. Seine Energie erhält der Redezug durch die Bedürfnisse und Gefühle der Zuhörer, der Rote Faden ist das Gleis, das den Zug in der Spur hält. Den guten Schluss des ICE bildet der hintere Triebkopf, in dem die Kerngedanken der Rede noch einmal zusammengefasst und mit einer Handlungsaufforderung versehen werden. Verstanden? Keine Sorge, die Autoren von "Überzeugend reden und präsentieren" geben genügend Spielraum, um das Konzept gründlich einzuüben. Und wem die Begriffszuordnungen etwas willkürlich erscheinen, der sei beruhigt, es geht doch nur darum, die klassischen Regeln der Rhetorik in ein modernes Bild zu übertragen.
Dietrich Kayser/Sharon Bower, "Überzeugend reden und präsentieren", Weropress, 204 S., 12 Euro
Die Ursprachen der Rhetorik - Latein und Griechisch - sind gänzlich aus der Mode. Im globalen Dorf ist Englisch die etablierte Geschäftssprache. Konzerne, Großunternehmen und Mittelständler müssen mit Partnern in aller Welt verhandeln und kooperieren. Sind die Sprachkenntnisse der Mitarbeiter etwas wackelig, und es ist keine Zeit, keine Lust oder vielleicht auch nicht das Geld für teure Sprachreisen und Kurse vorhanden, so kann "Das letzte Roulette" möglicherweise Abhilfe leisten. Das handliche Taschenbuch verbindet einen vielleicht nicht gerade Nobelpreis-trächtigen Wirtschaftskrimi mit einem Sprachkurs in Business-English. Einschlägige Redewendungen und Vokabeln werden dem Leser so zuerst in der Story "untergejubelt" und dann durch Übungen, Kreuzworträtsel, Buchstabenspiele und kleine Tests verfestigt.
Lernkrimi Business English, "Das letzte Roulette", 144 S., Woods Delaney Compact Verlag, 5,50 Euro
von Christina Petrick-Löhr, www.welt.de
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