Berufseinstieg beim Engineering-Dienstleister
Die Situation für Berufseinsteiger im Ingenieurbereich ist komplizierter geworden. Einerseits werden Fachkräfte in einigen Branchen nach wie vor händeringend gesucht, andererseits geht die Wirtschaftskrise am Arbeitsmarkt nicht spurlos vorüber. Wie also sehen die Chancen für Absolventen der Ingenieurwissenschaften aus? Und welche Möglichkeiten bieten ihnen Engineering-Dienstleister?
Die Erfahrung, dass es auch für qualifizierte Hochschulabsolventen schwieriger geworden ist, eine Stelle zu finden, hat Frank Watermeyer gemacht. Der 29-Jährige war nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen im Frühjahr 2009 auf Jobsuche. „Im Vergleich zu Kommilitonen, die ein Semester vor mir fertig geworden sind, war die Suche schon komplizierter“, erinnert sich der Diplom-Ingenieur.
Umfangreiche Berufserfahrung in kurzer Zeit
Nach drei Monaten hatte die Suche ein Ende und Watermeyer bei der euro engineering AG eine Stelle gefunden, die ihn begeistert. „Ein Engineering-Dienstleister bietet die Chance, in kurzer Zeit viel Berufserfahrung zu sammeln. Das war mir nach der Uni wichtig“, blickt er zurück. Engineering-Dienstleister bieten Unternehmen bei Bedarf zusätzliche Ressourcen. Sie übernehmen gesamte Projekte oder setzen ihre hochqualifizierten Spezialisten für die Dauer eines Projekts direkt beim Kunden vor Ort ein. Die Mitarbeiter haben so die Chance, verschiedene Firmen und Bereiche von innen kennenzulernen. „Ich kannte das Konzept von Engineering-Dienstleistern und bin im Internet auf ein interessantes Projekt gestoßen“, blickt Watermeyer zurück. Derzeit sammelt er bei einem Unternehmen in Köln Berufserfahrung in der Motorenentwicklung und ist mit seinen Aufgaben rundum zufrieden.
Jobsicherheit und Abwechslung
Ähnlich sieht das auch Marcus Schubert. Der Diplom-Ingenieur (FH) war 2006 nach anderthalb Jahren Selbstständigkeit gezielt auf der Suche nach einer Festanstellung bei einem Engineering-Dienstleister. „Mein Wunsch war es, flexibel zu bleiben und mich nicht auf eine bestimmte Sparte festzulegen“, so der heute 33-Jährige. In seinem ersten Projekt unterstützte er ein Unternehmen bei der Einführung der Software Pro/E. Im Anschluss wechselte er zu einem weltweit aufgestellten Elektrotechnikkonzern – und ist dort bis heute tätig. „Mit der Zeit haben sich meine Aufgaben im Unternehmen stark gewandelt. Deshalb bietet mir der Job genug Abwechslung“, sagt Schubert. Mittlerweile ist der Maschinenbau-Spezialist Teilprojektleiter eines internationalen Software-Projekts. „Ich finde es super, dass ich in so kurzer Zeit beruflich so weit gekommen bin.“
Längere Zeit in seinem derzeitigen Projekt weiterzuarbeiten, kann sich auch Christian Plessing gut vorstellen. Der Diplom-Ingenieur (FH) ist seit Anfang 2009 für die euro engineering AG bei einem führenden Hubschrauber-Hersteller tätig. „Nach gut zwei Jahren in meinem vorherigen Job habe ich eine neue berufliche Herausforderung gesucht“, sagt der 28-Jährige. „Mein derzeitiges Projekt geht in eine andere Richtung. Ich bin jetzt neben der mechanischen Konstruktion auch deutlich mehr in der Dokumentation tätig. Den eigenen Horizont erweitern zu können, macht für mich einen der Vorteile von Projektarbeit aus.“
Weiterkommen durch Weiterbildung
Auch das Weiterbildungsangebot des Engineering-Dienstleisters hat Plessing überzeugt. „Darauf habe ich in der Bewerbungsphase geachtet. Gerade wenn man vielfältig eingesetzt werden möchte, ist es wichtig, sich kontinuierlich weiterzubilden“, ist der gebürtige Sachse überzeugt. An einem Seminar zum Thema Sheetmetal-Konstruktion in CATIA V5 hat er bereits teilgenommen, weitere Seminare sollen in Zukunft folgen.
Marcus Schubert blickt auf eine ganze Reihe von Weiterbildungen zurück. Den Auftakt machte eine vierwöchige Pro/E-Schulung. Danach nahm er an Fortbildungen zu Themen wie Projektmanagement oder Selbst- und Zeitmanagement sowie an Englischkursen teil. „Im Moment bleibt dafür allerdings wenig Zeit, weil mein Projekt gerade in die heiße Phase geht“, erzählt er. „Wir rollen derzeit eine Softwarelösung aus, an deren Entwicklung ich seit mehr als einem Jahr beteiligt bin.“
Auch Frank Watermeyer zieht nach seinen ersten drei Monaten im Job eine positive Bilanz. „Ich fühle mich rundum wohl“, fasst er zusammen. Und Christian Plessing weiß – neben seiner Tätigkeit selbst – besonders die gute Arbeitsatmosphäre zu schätzen. „Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist toll“, so der Konstrukteur. „Das zeigen gemeinsame Aktivitäten wie die Benefiz-Ruderveranstaltung im Sommer.“ Für den Amateur-Radsportler hat sein Job außerdem noch einen Vorteil. „Ich fahre jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit“, lacht er. „So bleibe ich auch unter der Woche im Training.“
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